Plattdeutsch in Jerichow – Eine Reise in die Sprachwelt unserer Heimat
Nicht nur im Norden wird Platt gesprochen – auch in unserer Heimat hat diese Sprache ihre Wurzeln.
Dr. Saskia LutherDavon konnten sich die zahlreichen Besucher bei einem besonderen Vortrag überzeugen.
Dr. Saskia Luther, ausgewiesene Expertin für Mundartforschung und Mundartpflege, nahm die Zuhörer mit auf eine eindrucksvolle Reise in die Sprachwelt unserer Groß- und Urgroßeltern. Dabei wurde deutlich: Auch in unserer Region war das Niederdeutsche einst fest verankert. Bereits der aus Mangelsdorf stammende Max Bathe, langjähriger Museumsleiter in Genthin, widmete sich ab den 1920er Jahren intensiv der Erforschung dieser Sprache.
Auch wenn das Plattdeutsche heute im Alltag in Jerichow kaum noch zu hören ist, so ist die Verbundenheit zu dieser bodenständigen und heimatnahen Sprache doch spürbar geblieben. Anhand historischer Stadtbücher aus Jerichow, Tangermünde und Stendal veranschaulichte Dr. Luther anschaulich den einst lebendigen niederdeutschen Sprachgebrauch in unserer Region.
Erfreulich ist, dass in anderen Teilen Sachsen-Anhalts – etwa in der Altmark, im Harz oder in der Börde – Arbeitsgruppen und Projekte angeboten werden, um insbesondere jungen Menschen die plattdeutsche Sprache näherzubringen und sie lebendig zu halten.
Den stimmungsvollen Abschluss bildete ein gemeinsames Erlebnis: Beim plattdeutschen Lied „Herrn Pastor sien Kauh“, angestimmt von Ulrich Kriehn, sangen die Gäste begeistert mit und ließen den Abend in heiterer, heimatverbundener Atmosphäre ausklingen.